IfS Bibliothek

Die Bibliothek des IfS befindet sich in der Wilhelmstraße 124, 1. Obergeschoss, Räume 50 - 53, Eingang Ost (Südseite). Sie ist eine Präsenzbibliothek mit eingeschränkten Ausleihmöglichkeiten.

 

Für Studierende ist während des Semesters eine Kurzausleihe (bis zu 2 Std.), sowie eine Übernacht- und Wochenendausleihe möglich. Diese beginnt jeweils eine Stunde vor Bibliotheksschließung und endet eine Stunde nach Öffnung der Bibliothek am nächsten Öffnungstag. In der vorlesungsfreien Zeit beträgt die maximale Leihfrist eine Woche.

 

Öffnungszeiten

SemesterSemesterferien
Montag9.00-18.00 Uhr
Dienstag9.00-18.00 Uhr10.00-13.00 Uhr
Mittwoch9.00-18.00 Uhr10.00-13.00 Uhr
Donnerstag9.00-18.00 Uhr10.00-13.00 Uhr
Freitag9.00-14.00 Uhr

Institutsexterne Personen können nach Genehmigung durch die Bibliotheksleitung Bücher zu entsprechenden Bedingungen entleihen. Die vollständige Benutzungsordnung der Bibliothek des IfS ist als PDF-Dokument verfügbar.

 

Bibliotheksaufsicht: Tel. 07071/29-76091

Ansprechpartner: Winfried Gebhard

 

 

„Seltenheit macht äußerst wertvoll“

Winfried Gebhard ist Bibliothekar am Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen. Unter den rund 20.000 Werken der Institutsbibliothek befindet sich so mancher Schatz, wie Gebhard im Gespräch verrät.

 

Herr Gebhard, Sie sind seit 2001 Bibliothekar am Institut für Sportwissenschaft in Tübingen. Was macht die Arbeit hier für Sie persönlich aus?

 

Zum einen bietet mir dieser Job die Gelegenheit, das ganze berufliche Spektrum eines Bibliothekars auszuschöpfen. Ich bin praktisch für alles zuständig und der Sport steht mir auch thematisch nahe. Zum anderen herrscht hier am Institut ein gutes Arbeitsklima, die Umgangskultur ist sehr positiv.

   

Winfried Gebhard präsentiert die Diplomarbeit von Sepp Herberger. (Foto: Dreier)
Winfried Gebhard präsentiert die Diplomarbeit von Sepp Herberger. (Foto: Dreier)

Die Bibliothek ist im Jahr 2011 in neue, sehr moderne Räumlichkeiten umgezogen. Was hat sich seitdem verändert?

 

So einiges: Die neue Bibliothek ist beinahe doppelt so groß wie die alte, wir haben mehr Platz und deshalb auch mehr Arbeitsplätze für die Studierenden. Zudem sind wir nun technisch deutlich besser ausgestattet. Die neue Bibliothek ist also ein absoluter Gewinn für alle Beteiligten.

 

Und wie sehen Sie die Tübinger Institutsbibliothek im Vergleich zu anderen sportwissenschaftlichen Fachbibliotheken in Deutschland?

 

Ich denke, wir sind gut aufgestellt. Der Bestand ist gut, die Räumlichkeiten sehr modern. Wir führen inzwischen etwa 17.000 Bücher und zusätzlich nochmals rund 3.000 gebundene Zeitschriftenbände. Wir bemühen uns darum, den Bestand stets weiter zu optimieren.

 

Kommt die Bibliothek auch dementsprechend gut bei den Studierenden an?

 

Ja, die Bibliothek wird stark genutzt und ist bei Studierenden auch ein durchaus beliebter Lernort. Manchmal muss ich Studierende am Ende des Tages förmlich ‚rauswerfen‘. Das passt also zum allgemeinen Trend: In den vergangenen 15 Jahren ist die Aufenthaltszeit in Bibliotheken pro Student enorm gestiegen.

 

Hier in der Institutsbibliothek soll ja das einzige verbliebene Exemplar der Diplomarbeit des ehemaligen Bundestrainers Sepp Herberger liegen. Stimmt das?

 

Ja, das ist richtig. Dieses Unikat befindet sich in unseren Händen. Und darauf sind wir natürlich auch sehr stolz.

  

Einblick in die Diplomarbeit Sepp Herbergers zum Thema „Der Weg zur Höchstleistung im Fußballsport“. (Foto: Dreier)
Einblick in die Diplomarbeit Sepp Herbergers zum Thema „Der Weg zur Höchstleistung im Fußballsport“. (Foto: Dreier)

Herberger studierte doch in Berlin. Wie kam dieses Werk also nach Tübingen?

 

Das ist eine schwierige Frage. Klar ist, dass sich dieses Exemplar zuvor im Besitz der württembergischen Landesturnanstalt in Stuttgart befand. Und als diese während des Zweiten Weltkrieges aufgelöst wurde, kam die Diplomarbeit von Sepp Herberger dann wohl gemeinsam mit anderen Büchern nach Tübingen.

 

Eine interessante Geschichte. Haben Sie weitere besondere Werke im Bestand der Bibliothek?

 

Ja, beispielsweise frühere Ausgaben der ‚Insight‘, einer vom englischen Fußballverband herausgegebenen Fachzeitschrift für Fußballtrainer. Keine andere Bibliothek in Europa hat diese Exemplare. Im Jahr 2013 hat sogar die Britische Nationalbibliothek deshalb angefragt.

 

Das Tübinger Institut für Sportwissenschaft ist eine traditionsreiche Einrichtung. Da müssen Sie doch bestimmt auch einige sehr alte Bücher haben, oder?

 

Ja, das stimmt. Unser ältestes Exemplar ist von 1804. Der namhafte Pädagoge Gutsmuths veröffentlichte damals sein Werk ‚Gymnastik für die Jugend‘. Und wie für die Diplomarbeit von Sepp Herberger gilt auch hier: Seltenheit macht äußerst wertvoll.

 

Die Fragen stellte Jonathan Dreier im Juli 2015.

 


 

INFO

Josef ‚Sepp‘ Herberger (1897-1977) war von 1936 bis 1964 Reichs- bzw. Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Sein größter Erfolg als Trainer war der Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 („Wunder von Bern“). Von ihm stammende Fußball-Weisheiten wie „Der Ball ist rund“ oder „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ haben inzwischen Kultstatus erlangt. Vor Beginn seiner Trainer-Laufbahn war Herberger als Spieler für Waldhof Mannheim, VfR Mannheim sowie Tennis Borussia Berlin aktiv und bestritt dabei drei Länderspiele.

Herberger absolvierte ein Studium an der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin, das er 1930 mit seiner Diplomarbeit zum Thema ‚Der Weg zur Höchstleistung im Fußballsport‘ (126 Seiten) abschloss. 2003 erschienen im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes die Diplomarbeiten von Herberger und seinem Vorgänger als Reichstrainer, Otto Nerz, gemeinsam in einem Buch (‚Sepp Herberger und Otto Nerz: die Chefdenker und ihre Theorien‘, 176 S., Agon Sportverlag).